
Wie viele Online-Kurse muss man eigentlich kaufen, bevor man weiß, welcher wirklich etwas bringt? Diese Frage begleitet mich, seit ich als UX-Designerin nach Feierabend wieder analog zeichnen lerne und jeden Kurs in eine eigene Tabelle packe, so wie ich es aus jedem Design-Sprint kenne. Dieser Online-Kurs-Vergleich ist das Ergebnis: eine nüchterne Liste, was mir tatsächlich zurück zur Zeichen-Basis geholfen hat und was reine Zeitverschwendung war.
Diese Seite finanziert sich über Affiliate-Links: Kaufst du einen der Kurse über einen Link hier, bekomme ich eine Provision, du zahlst aber nicht mehr als sonst. Empfehlen tue ich nur, was ich selbst am Küchentisch in Pempelfort durchgearbeitet habe.
Eine Freundin, die sich inzwischen regelmäßig am Golzheimer Platz mit einer Gruppe zum Makramee-Knüpfen trifft, fragt mich manchmal, warum ich mir für eine kreative Weiterbildung gleich einen ganzen Kurs kaufe, statt einfach drauflos zu probieren. Die ehrliche Antwort: weil reines Ausprobieren bei mir nicht funktioniert hat.
Bevor ich einen bezahlten Kurs gekauft habe, habe ich eine Zeit lang Procreate-Tutorials geschaut, die aber ausschließlich digitale Pinseleinstellungen erklärten. Für die Bleistiftführung auf echtem Papier brachte mir das nichts — ich brauchte etwas, das systematisch aufgebaut war wie ein Design-Grid, keine losen Impulse.
Falls du direkt starten willst: Der Zeichnen Lernen Kurs ist für den Einstieg die stabilste Basis, die ich gefunden habe. Er deckt genau das ab, was mir zuerst gefehlt hat: das Fundament.
Figma-Hände und der verlernte Bleistift
In der UX-Welt arbeiten wir fast nur mit Abstraktionen. Ein Button ist ein Rechteck mit Border-Radius, ein User-Icon ein Kreis auf einem Halbkreis. Sobald echte Proportionen mit einem Bleistift auf Papier sollen, merkt man, wie sehr das Muskelgedächtnis verschwunden ist. Meine Linienführung war die ersten Wochen komplett unsicher.
Bevor ich mich auf einen der drei deutschen Kurse festgelegt habe, habe ich außerdem geprüft, ob das deutschsprachige Feedback wirklich von Muttersprachlern kommt oder ob dort nur die Videos automatisch untertitelt sind, das war mein erster Filter, noch vor dem Preis.
Vieles beim analogen Zeichnen läuft wie der Umstieg von Low-Fidelity- zu High-Fidelity-Prototyping: Man beginnt nicht beim Gesicht, sondern beim Skelett der Komposition. Diesen Sprung vom Tablet zurück aufs Papier beschreibe ich ausführlicher in meinem Erfahrungsbericht zum Thema Realistisch zeichnen lernen online: Tipps für den Umstieg vom iPad auf Papier.
Der Zeichnen Lernen Kurs deckt nur die Basis ab und das reicht am Anfang
Am meisten Zeit habe ich am Küchentisch mit dem Zeichnen Lernen Kurs verbracht. Der Kurs ist seit über 6,5 Jahren auf Digistore24 aktiv, in der schnelllebigen Online-Kurs-Welt eine halbe Ewigkeit — das Material ist über Jahre gereift, nicht letztes Quartal zusammengeklickt worden.
Der Fokus liegt komplett auf den Basics: Strichführung, Schraffur und einfache Formen, bevor an echte Proportionen überhaupt gedacht wird. Das ist ungefähr wie HTML und CSS lernen, bevor man ein Framework anfasst. Wer sofort fotorealistische Portraits erwartet, wird hier ausgebremst — man muss erst die Hierarchie im Bildaufbau verstehen, und genau diese Geduld hat mir am Anfang gefehlt.
Lohnt sich ein Abo, das man doch nie durchzieht?
Skillshare oder Domestika kosten im Monat oft nur etwa 15 bis 30 Euro, was im ersten Moment günstig wirkt. Über ein Jahr gerechnet, in dem ich am Ende nur drei Kurse wirklich beendet habe, landet man aber schnell bei über 200 Euro, ohne dass einem danach irgendetwas gehört. Wendet man die Kostenformel stattdessen auf Qualitätsstufen an, bleibt eigentlich nur eine Frage übrig: Was kostet eine Lektion, die tatsächlich echtes Feedback enthält, im Vergleich zu einer, die nur ein Video abspult?
Die deutschen Kurse hier arbeiten dagegen mit Einmalzahlungen im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich, dafür mit zeitlich unbegrenztem Zugang. Zahle ich einmal, ziehe ich das Curriculum auch durch. Bei einem Abo schiebe ich es auf den nächsten Monat, bis die Kündigung kommt, genau das ist mir bei Skillshare passiert.
Zwölf Wochen in den Menschen Zeichnen Masterkurs investieren
Nachdem die Basics saßen, wollte ich das Problem lösen, das mich in einem Meeting früher schon blamiert hat: Menschen zeichnen. Dafür habe ich den Menschen Zeichnen Masterkurs belegt, mit einem linearen 12-Wochen-Aufbau vom ersten Strich bis zum fertigen Portrait. Abkürzungen sind da nicht vorgesehen, was neben einem vollen Terminkalender manchmal hart ist, systematisch gesehen aber Sinn ergibt.
Eine Lektion zu den Kopfproportionen musste ich komplett dreimal wiederholen, weil ich sie beim ersten Anlauf schlicht falsch verstanden hatte - bis heute mein deutlichstes Beispiel für eine Übung, die im ersten Versuch nicht funktioniert hat. Wie man mit dem Bleistift schattiert und wo die Lichtquelle eine Form bricht, wird hier in einer eigenen Lektion behandelt, die ich mir zweimal angeschaut habe, bevor der Groschen fiel. Etwa in Woche sechs habe ich eine alte Zeichenmappe aus meiner Schulzeit rausgeholt und die aktuellen Blätter danebengelegt: Der neue Versuch sah zum ersten Mal nicht schlechter aus als der von damals.
Wer sich für diesen Bereich genauer interessiert, dem empfehle ich meinen Guide über Anatomie und Menschen zeichnen lernen ohne Vorkenntnisse zu Hause.
Inhalte im Online-Kurs-Vergleich: Was die Angebote wirklich trennt
Ein Datenpunkt am Rande: Der Aquarell Online Kurs hat eine verifizierte Refundrate von nur 0,59 Prozent — in meiner Welt der KPIs ein massives Qualitätssignal, weil kaum jemand den Kurs enttäuscht zurückgibt. Es ist ein komplett anderer Ansatz als reines Bleistiftzeichnen, eher flächig als linear, und man merkt schnell, wie viel Kontrolle man über die Farbe beim Aquarellieren eigentlich noch hat, bevor sie sich auf dem nassen Papier selbständig macht.
Inhaltlich unterscheiden sich die drei Kurse mehr, als der Preis vermuten lässt. Der eine nimmt sich viel Zeit für Perspektive und Fluchtpunkte, ein anderer für Bildkomposition und wie man ein Blatt überhaupt aufteilt, bevor der erste Strich fällt. Bei Kursformat und Didaktik merkt man sofort den Unterschied zwischen einem reinen Videokurs, einer Live-Session mit Mentoring oder einer App mit Übungsplan, keines der drei hier ist gleich aufgebaut. Genauso wenig deckungsgleich ist die Liste an Zeichenmaterial, die vorausgesetzt wird, oder die Farbenlehre, sobald es Richtung Mischtöne geht. Was in allen drei fast komplett fehlt, ist Gestenzeichnen für dynamische Posen - dafür müsste ich woanders suchen. Am Ende zählt für mich weniger die Feature-Liste als die Lernroutine: wie oft ich wirklich übe, und ob sich der Fortschritt nach ein paar Wochen überhaupt objektiv messen lässt, statt nur gefühlt besser zu sein.
Welcher Kurs passt an deinen Küchentisch?
Wenn du nach Jahren am Bildschirm merkst, dass deine Hände eingerostet sind, hilft ein strukturierter Kurs mehr als teures Material. Ich skizziere heute wieder in Meetings, ohne dass es aussieht wie hingeworfen.
Mein Rat, wie ich ihn auch einer Kollegin beim Mittagessen geben würde: Starte mit dem Zeichnen Lernen Kurs, wenn Schraffur und Perspektive bei dir komplett eingerostet sind. Willst du gezielt Menschen für Storyboards oder User Journeys skizzieren, ist der Menschen Zeichnen Masterkurs trotz der höheren Einstiegsinvestition die bessere Wahl. Wer gerade unsicher ist, klickt sich am besten einmal durch beide Seiten und vergleicht die Curricula, bevor er zahlt, genau das würde ich an deiner Stelle tun.