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Mund und Lippen zeichnen lernen online: Die besten Video-Lektionen im Test

2026.10.06
Mund und Lippen zeichnen lernen: Portrait-Grundlagen im Online-Kurs-Test

Mein Knetradiergummi hatte nach der dritten Lippen-Lektion schwarze Schlieren wie ein benutzter Tafellappen. Genau an diesem Punkt wurde mir klar, dass Portrait-Grundlagen beim Menschen zeichnen nicht mit guter Software zu tun haben, sondern mit stupider Wiederholung — und dass ich einen echten Online-Kurs-Test brauchte, um herauszufinden, welche Video-Lektion zum analogen Zeichnen von Mund und Lippen überhaupt etwas bringt.

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Pinterest-Boards haben meine Mundproportionen nicht besser gemacht

Mein erster Versuch, den Mund in den Griff zu bekommen, war kein Kurs, sondern ein Pinterest-Board. Wochenlang habe ich Referenzbilder und Übungsvorlagen gesammelt, sortiert nach Lichtstimmung und Blickwinkel, fast wie ein Moodboard für ein Kundenprojekt. Das Problem: Ohne Schritt-für-Schritt-Anleitung bleibt so ein Board nur eine Sammlung schöner Bilder. Ich konnte stundenlang Referenzen anschauen, ohne dass sich an meinem eigenen Strich etwas änderte. Elias, ein befreundeter Illustrator aus Düsseldorf, hat mir irgendwann genau deshalb zu einem strukturierten Papierkurs geraten — reines Anschauen bringt beim Zeichnen selbst nichts.

Als UX-Designerin denke ich sonst in Grids und Nutzer-Personas, und genau diese Denkweise habe ich zuerst auf den Mund übertragen, mit mäßigem Erfolg. Es gibt grobe Faustregeln dazu, wie breit ein Mund im Verhältnis zur Nase wirkt, aber sobald ich nur nach Zahlen gezeichnet habe, wurde das Ergebnis flach. Reine Linienarbeit ohne Gefühl für Volumen hat bei mir eher zu einem Comic-Mund geführt als zu etwas Echtem.

Hand skizziert Lippenproportionen mit Bleistift beim analogen Zeichnen

Die richtige Video-Lektion zum Mund

Drei unterschiedliche Lehransätze habe ich nebeneinander getestet, jeweils über mehrere Abende verteilt. Am Ende hat der Ansatz aus dem Menschen Zeichnen Masterkurs den Unterschied gemacht: Licht und Schatten statt einzelne Körperteile. Zu diesem Punkt haben mich die anderen zwei Ansätze erst über Umwege gebracht.

Der erste Testkurs ging stark anatomisch vor, mit Fokus auf Muskeln und Knochenbau — es gibt dazu sogar einen ausführlichen Wikipedia-Eintrag zum Mundschließmuskel, falls man es ganz genau wissen will. Für meinen Alltag am Zeichentisch war das zu viel Theorie und zu wenig direkt umsetzbar. Der zweite Ansatz war reine Konturarbeit, Linien exakt nachziehen. Lippen haben in echt aber kaum harte Kanten, und wer nur Konturen jagt, landet schnell bei einem Comic-Look statt bei einem echten Gesicht.

Die Lektion zum dritten, lichtbasierten Ansatz bringt einen dazu, Glanzlichter nicht nachträglich mit dem Radiergummi freizukratzen, sondern von Anfang an als eigene helle Fläche auf dem Canvas mitzudenken. Sobald ich aufgehört habe, 'Mund' zu denken, und stattdessen nur noch helle und dunkle Formen gesehen habe, wirkten meine Skizzen zum ersten Mal weniger wie Symbole und mehr wie echte Gesichter.

Analoge Lippen-Skizze neben digitalem Wireframe im Vergleich

Online-Kurs-Test: Woche vier als Wendepunkt

In der vierten Woche saß ich an einem Abend nicht an einer Mund-Übung, sondern zeichnete aus reiner Langeweile meine Kaffeetasse vom Tisch. Die Ellipse am oberen Rand schloss sich auf Anhieb sauber, ohne dass ich sie dreimal nachziehen musste — ein kleines Detail, aber genau da merkte ich, dass sich etwas in meiner Hand verändert hatte, nicht nur in meinem Verständnis von Lippen. Solche Nebenbei-Übungen waren am Ende fast so wertvoll wie die eigentlichen Lektionen.

An einem Wochenende bin ich mit Elias am Medienhafen spazieren gegangen, nur um die Lichtreflexe auf den Glasfassaden zu beobachten. Die Fronten dort werfen harte, klar abgegrenzte Lichtkanten, fast wie eine Übung zum Thema Glanzlicht, nur in Gebäudegröße. Dieser Blick für abstrakte Lichtformen statt für Gegenstände war genau das, was mir in der Lippen-Lektion vorher gefehlt hatte.

Material reduzieren, Feedback ernst nehmen

Viel Ausrüstung braucht man für den Mund nicht. Zwei bis drei Graphitstifte unterschiedlicher Härte reichen für die weichen Übergänge der Lippenhaut, dazu ein Knetradierer, um Lichter vorsichtig wieder freizulegen, ohne die Papierstruktur zu zerstören. Wer tiefer einsteigen will, sollte sich parallel mit der Nase als direktem Nachbarn des Mundes beschäftigen, weil beide Partien sich beim Zeichnen gegenseitig beeinflussen.

Zwischendurch habe ich auch kurz in einen Aquarell Online Kurs reingeschaut, nur um zu sehen, ob Farbe die Sache einfacher macht. Für präzise Portrait-Grundlagen war mir Bleistift am Ende lieber, die Kontrolle über Hell und Dunkel ist linearer und für mein UX-geschultes Auge einfach logischer nachzuvollziehen als nasse Pigmente, die sich auf dem Papier selbstständig machen.

Was in keinem der drei getesteten Ansätze komplett fehlte, war Rückmeldung zur eigenen Zeichnung. Die Qualität dieser Rückmeldung war aber sehr unterschiedlich, je nachdem wie das jeweilige Kursformat aufgebaut war. Das ist allerdings ein eigenes Thema für sich.

Mein Fazit nach der Mund-Lektion

Berthold, ein Leser, der sich nach einem früheren Artikel bei mir gemeldet hat, beschrieb mir neulich ein Muster, das ich von mir selbst kenne: zwei Kurse begonnen, beide nach der dritten Lektion pausiert. Genau an diesem Punkt macht ein straffes Curriculum den Unterschied. Der Zeichnen Lernen Kurs war für die ersten Wochen ein guter Einstieg, um überhaupt wieder ein Gefühl für den Stift zu bekommen, aber für erkennbare Gesichter und speziell für den Mund war der Menschen Zeichnen Masterkurs mit seinem 12-Wochen-Aufbau für mich die sinnvollere Investition, allein weil die feste Struktur mich davon abgehalten hat, nach Lektion drei einfach aufzuhören, wie es Berthold zweimal passiert ist.

Den genauen Preis für den Masterkurs nenne ich hier bewusst nicht als feste Zahl, weil er sich je nach Aktion ändert, auf der Anbieterseite steht er aktuell. Sagen kann ich so viel: Über die gesamten 12 Wochen gerechnet war das Preis-Leistungs-Verhältnis für mich in Ordnung, auch wenn der Einstiegspreis höher liegt als bei reinen Grundlagenkursen.

Fertige Bleistiftzeichnung eines Mundes nach der Portrait-Grundlagen-Übung

Mund und Lippen zeichnen ist am Ende kein Talent-Thema, sondern eine Frage davon, wie viele Fehlversuche man bereit ist zu akzeptieren. Die eine Lektion aus meinem gesamten Test, die sich auf jeden anderen Kurs übertragen lässt: Sobald du aufhörst, Körperteile zu zeichnen, und anfängst, Licht und Schatten als eigene Formen zu behandeln, verschwindet die Kartoffel-Lippen-Phase von selbst, unabhängig davon, welchen Kurs du dafür wählst.

Falls du ganz am Anfang stehst und noch unsicher bist, welcher Einstieg zu dir passt, schau dir auch meinen Bericht zum Grundlagen Kurs für Erwachsene an. Mein Papierkorb war in den ersten Wochen jedenfalls gut gefüllt mit verworfenen Mund-Skizzen, ungefähr ein Dutzend Blätter, bevor das erste Ergebnis nicht mehr nach Kartoffel aussah.