
Es war ein Abend im November, an dem ich am Küchentisch in Pempelfort saß und eigentlich nur schnell eine User Journey skizzieren wollte. Mein iPad Pro lag geladen daneben, aber ich wollte es 'echt' machen, auf Papier. Nach fünf Minuten starrte ich auf ein paar krumme Linien, die weder einen Nutzer noch eine Interaktion darstellten. 15 Jahre Figma und digitale Wireframes hatten meine Hand-Auge-Koordination für alles Analoge schlicht gelöscht. Was ich als Teenager konnte, war weg.
Ich habe diesen Frustmoment zum Anlass genommen, das Zeichnen systematisch wieder zu lernen – ganz ohne akademischen Ballast, sondern pragmatisch nach Feierabend. Vorab zur Transparenz: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs kaufst, erhalte ich eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Ich empfehle hier nur Kurse, die ich selbst abonniert und über Monate hinweg getestet habe. Mein Ziel war es, weg von der englischen Skillshare-Überflutung zu kommen, die mich eher abgelenkt als fokussiert hat.
Das Problem mit dem digitalen Handgelenk
Als UX-Designerin bin ich gewohnt, in Grids und Layout-Systemen zu denken. Aber Sketchnotes erfordern eine andere Art der Abstraktion. In der Theorie kenne ich die Dual Coding Theory – also die Idee, dass unser Gehirn Informationen besser behält, wenn wir sie visuell und verbal gleichzeitig verarbeiten. In der Praxis scheiterte ich jedoch an den einfachsten Proportionen.
Mein erster Impuls war der Zeichnen Lernen Kurs. Dieser Kurs ist seit stolzen 6,5 Jahren am Markt, was für digitale Lernprodukte eine Ewigkeit ist. Ich habe ihn gewählt, um erst einmal wieder ein Gefühl für den Strich und einfache geometrische Formen zu bekommen. Für mich war das die notwendige Grundierung, bevor ich mich an komplexere visuelle Notizen gewagt habe. Wenn du wie ich jahrelang nur mit dem Apple Pencil auf Glasoberflächen gearbeitet hast, musst du die Reibung von Graphit auf Papier erst wieder neu kalibrieren.
Struktur vs. Impuls: Welcher Kurs passt in den Arbeitsalltag?
Nach etwa sechs Wochen mit den Grundlagen merkte ich, dass ich beim Thema 'Menschen' im Workshop-Kontext immer noch auswich. Ich zeichnete Rechtecke statt Personen. Also habe ich mir das 12-Wochen-Curriculum vom Menschen Zeichnen Masterkurs vorgenommen. Das ist kein Kurs für zwischendurch, sondern eine systematische Zerlegung der Anatomie.
Hier zeigt sich der Trade-off, den ich oft beobachte: Strukturierte Videokurse erfordern eine höhere anfängliche Zeitinvestition, führen jedoch deutlich schneller zu einem sichtbaren Lernfortschritt als das bloße Anschauen von unstrukturierten YouTube-Videos. Wer wirklich verstehen will, warum eine Figur stabil steht oder wie man ein Gesicht mit drei Strichen charakterisiert, kommt um diesen linearen Aufbau nicht herum. Für meine Arbeit an komplexen Personas war dieser Kurs ein Gamechanger, auch wenn man die Disziplin für die vollen 12 Wochen aufbringen muss.
Wenn du eher wenig Zeit hast und nach schnellen Erfolgen suchst, empfehle ich einen Blick auf meinen Artikel über schnelle Skizzen im Alltag.
Der pragmatische Preis-Leistungs-Sieger für Zwischendurch
An einem Dienstagnachmittag im März, zwischen zwei Zoom-Calls, habe ich angefangen, den Skizzen Video-Kurs zu nutzen. Er ist das krasse Gegenteil zum Masterkurs. Es gibt kein strenges Curriculum, sondern Impulse. Für mich war das perfekt, um die Angst vor dem leeren Canvas zu verlieren.
Was mich als Designerin fasziniert hat: Der Kurs hat eine extrem hohe Akzeptanz. Ich habe mir die Zahlen angesehen – mit einem Earnings-pro-Warenkorbbesuch von etwa 3,24 USD scheint er genau den Nerv derer zu treffen, die einfach nur 'machen' wollen, ohne direkt ein Kunststudium zu beginnen. Die Einstiegshürde ist minimal. Es ist der Kurs, den ich am häufigsten abends am Küchentisch öffne, wenn die Konzentration für komplexe Anatomie-Übungen nicht mehr reicht. Er ist ideal, um die Symbole und Icons zu lernen, die man für Sketchnotes im Meeting-Alltag wirklich braucht.
Ich hatte zwischendurch auch einen Aquarell Online Kurs angefangen, primär um Farbe in meine Notizen zu bringen. Überrascht hat mich hier die extrem niedrige Refundrate von nur 0,59 %. Das signalisiert eine sehr hohe Zufriedenheit, auch wenn Aquarell natürlich eine ganz eigene Baustelle ist, die mehr Materialaufwand (Papier, Pinsel, Pigmente) erfordert als ein einfacher Bleistift.
Fazit: Meine Bilanz nach 9 Monaten
Vor ein paar Wochen habe ich in einem Workshop zum ersten Mal seit Jahren wieder live am Flipchart mitgezeichnet, statt nur Post-its zu kleben. Der Unterschied ist enorm. Durch die Kurse habe ich nicht nur gelernt, wie man zeichnet, sondern wie man sieht.
Mein Rat an Kolleginnen aus dem Design-Bereich: Fangt mit dem Basis-Kurs an, wenn ihr euch unsicher fühlt, oder greift direkt zum Skizzen Video-Kurs für den schnellen Transfer in den Job. Wer es wirklich ernst meint und die menschliche Form meistern will, sollte die 12 Wochen in den Masterkurs investieren. Es ist eine Investition in die eigene Ausdrucksfähigkeit, die kein Figma-Plugin ersetzen kann. Falls du bisher auch auf Englisch gelernt hast und merkst, dass die Sprachbarriere dich bremst, lies gerne meinen Text über den Wechsel von Skillshare zu deutschen Kursen.
Am Ende zählt nicht die perfekte Kunst, sondern die Klarheit der Kommunikation. Und die beginnt oft mit einem ganz einfachen Strich auf einem echten Blatt Papier.